ENtweder laufen wir westlich um Alderney herum oder durch das sogenannte Alderney Race - der Merrenge zwischen der Insel Alderney und Cap de la Hague. In dieser Meerenge treten erheblich Gezeitenströme auf - in der Springzeit bis zu 9,8 Knoten, bei Nippzeit nur 5,2, Knoten!
Gefährlich, wenn der Wind gegen den Strom steht. Brechende Kreuzseen sind in der Regel die Folge. Für heute sind mäßige WInde aus Ost von 2 bis 4 Beaufort angesagt - manche Dienste sprechen auch von NE. Aber Hauptsache, keine starken Winde... wir entscheiden uns für das Alderney Race. Gemäß der Reeds Empfehlung laufen wir 3 Stunden nach Hochwasser Dover aus - also um 1030 MESZ.
Kurs Big Russel, dem nach NE führenden Kanal zwischen Guernsey und Sark. Noch auf dem Weg nach Big Russel könmen wir die Segel setzen und uns in Big Russel hinein kreuzen. Die ersten beiden Stunden haben wir den Strom noch gegen uns - er versetzt uns teilweise bis zu 20 Grad...
Dann läßt der Wind leider nach und dreht genau so, dass er aus unserer Kursrichtung kommt. Wir streichen die Genua, starten den Achterspi und nördlich von Sark segeln wir wieder - bei Winden aus Ost mit 2-3 Beaufort. Zwischendurch mal ein paar Schauerböen bis 6 Beaufort, während derer wir reffen und anschließend wieder das Reff ausschütten...
Dann läßt der Wind leider wieder nach - nur noch 1 Beaufort, manchmal untere zwei... also wieder motoren... Normalerweise laufen wir um die 6 Knoten unter Motor, doch dank Alderney Race kommen wir auf über 11 Knoten - und das bei quasi Nippzeit!
Der Strom hält auch noch nördlich von Cap de Hague an - wenn auch nicht mit 5 Knoten, sondern nur noch mit 3. Wichtig ist nur, dass wir nicht zu dicht unter Land fahren, damit wir den Gegenstrom unter Land vermeiden.
Um 1820 - keine 8 Stunden nach dem Lösen der ersten Leine sind wir schon wieder fest diesmal in Cherbourg - nach 55 sm und teilweise kamen wir nur nit 2-3 Knoten aus eigener Kraft voran... so schön und einfach kann das Gezeitensegeln sein.
Abends kommt Fabienne und holt Stefan ab - gemeinsam gehen wir noch essen, sagen traurig Adieu. Noch eine Einladung in die Schweiz und weg sind sie... |